Aerosole – unsichtbar, aber von zentraler Bedeutung

Die Bedeutung von Aerosolen wurde über lange Zeit unterschätzt. Für uns alle ist klar, dass Wasser – auch wenn es noch so sauber aussieht – verschmutzt sein kann und krank machen kann. Oder löscht jemand seinen Durst im nahegelegenen Fluss? Wenn man bedenkt, dass wir täglich 2–3 Liter Wasser zu uns nehmen, aber bis zu 10000 Liter Luft ein- und ausatmen, ist es doch erstaunlich, dass das Wissen um saubere Luft so wenig verbreitet ist. Erst die Covid-19-Pandemie hat die Luftqualität ins Zentrum gerückt. 

Die Verbreitung des Wissens um Aerosole als wahrscheinlicher Hauptübertragungsweg nicht nur für SARS-CoV-2, sondern für viele weitere Atemwegsviren, ist nach wie vor dürftig. Wir haben den breit abgestützten Übersichtsartikel von Wang, Prather et al. (2021) zur Bedeutung von Aerosolen bei der Übertragung von respiratorischen Atemwegsviren auf Deutsch übersetzen lassen.

Eine (vereinfachte) Zusammenfassung des Übersichtsartikels werden wir hier zu einem späteren Zeitpunkt aufschalten. 

Abb. 1: Phasen der Übertragung von Atemwegsviren durch die Luft. Virenbeladene Aerosole (<100 μm) werden von infizierten Personen über exspiratorische Aktivitäten produziert, ausgeatmet und in die Umgebung abgegeben. Sie können von einem potenziellen Wirt inhaliert werden und eine neue Infektion auslösen, sofern sie infektiös bleiben. Im Gegensatz zu Tröpfchen (>100 μm) können Aerosole für Stunden in der Luft schweben und sich weiter als 1 bis 2 m von der infizierten Person, die sie ausgeatmet hat, wegbewegen und so über kurze und weite Distanz neue Infektionen verursachen.